Aktien


Im folgenden beschreibe ich den Stil meines Aktienhandels.


Value-Trading
Mein Handelsstil den ich Value-Trading nenne beruht in seinem Prinzip auf den Regel1-Grundlagen des Investings,ausgehend von Graham,Buffett&Co.



Das Prinzip
Kauf qualitativer Unternehmen unter Wert,sofern der Marktpreis bei mindestens 50% unter dem Unternehmenswert/Buchwert notiert.



Fundamentaldaten
Ausschlaggebend für ein qualitativ gutes Unternehmen sind seine Kennzahlen.Dabei orientiere ich mich an den fünf wichtigsten,diese sollten über die letzten jahre jeweils bei mindestens 10% Wachstum liegen:Kapitalrendite,Umsatz,Eigenkapital,Cashflow,Gewinn je Aktie.


Buchwert
Anhand dieser Zahlen unterstelle ich dem Unternehmen daß es im Kern gesund bzw. profitabel ist.Ausgehend dieser Bilanz-Kennzahlen der Vergangenheit schließe ich auf ein Wachstum über die nächsten zehn Jahre mit mindestens dieser Performance.
Anhand dieser Daten läßt sich mit mehr oder weniger einfachen Rechnungen der zukünftige Wert des Unternehmens bestimmen,daraus resultierend dessen aktueller Unternehmenswert/Buchwert (innerer Wert).Der einfachheit halber benutze ich dafür ein Tool welches mir auf einen Blick diese Daten liefert.



Praxis
Klassische Value-Investoren wählen die Unternehmen nach diesen oder ähnlichen Grundlagen.
Liegt nun der Marktpreis der Börse 50% unter dessen Buchwert,wird investiert.Dabei wird anhand dieser Buy&Hold Methode die Aktie gehalten bis dessen Wert vom Markt fair bewertet wird.Wird nun dieses “Kursziel” (Buchwert) erreicht liegt der Gewinn bei 100%,denn eine Aktie die um 50% gefallen ist muß um 100% steigen damit sie ihren Wert erreicht.
Fällt stattdessen der Preis weiter um einige Prozent wird die Aktie erneut nachgekauft,weil sich dadurch der durchschnittliche Einstiegspreis verringert.



Mein Value-Trading
Anstatt nun in diesem möglichen weiteren Kursverlust involviert zu sein füge ich diesem Prinzip des Investings Komponenten des Tradings hinzu.Der Grund:
Setze ich beispielsweise bei 5% des Kaufkurses ein Stop-Loss und der Preis fällt um weitere 20% so bin ich zwar mit einem 5%-Verlust ausgestoppt,kaufe die Aktie dann erneut ohne dabei den vollen Kursrückgang “auszusitzen”.
Ein weiterer Grund ist daß durch Wirtschaftskrisen etc. jederzeit die Märkte extrem fallen können und unter Umständen Jahre brauchen um sich zu erholen.In so einem Fall ist mein Kapital durch Stopps geschützt und ich könnte es stattdessen auf einem verzinsten Konto “zwischenparken”.Des weiteren habe ich unter solchen Umständen gebundenes Kapital welches ich nicht zum Kauf eines anderen Unternehmens zur Verfügung habe.


“Chartwatching”&Order
Statt Market gleich die Aktie zu kaufen kann ich anhand des Charts erkennen ob ein Einstieg strategisch sinnvoll ist oder die Tendenz eines Abwärtstrends besteht.
Angenommen die Aktie tendiert auf einem Wiederstandslevel dann plaziere ich keine Market bzw. OTC (Over The Counter/außerbörslicher Direkthandel)-Order sondern eine “Stop-Buy” Order.
Diese Stop-Buy Order setzte ich über den aktuellen Kaufpreis,allerdings mit einem gewissen Abstand damit “Luft” bleibt für die Volatilität der Aktie.Sollte nun die Aktie mit dem Markt fallen anstatt zu steigen um die Kauf-Order auszulösen so kann ich nun meine Stop-Buy Order nach unten korrigieren und die Aktie noch günstiger bekommen.
Sollte ich nun “eingestoppt” werden dann setze ich meinen Initialstopp (Stop-Loss) wieder unter den Kurs,mit Abzug der Volatilität.



Als Praxis-Beispiel dient ein Wert meiner Watchlist,einem US-Unternehmen.Es handelt sich um “Research in Motion” (RIMM),dem Hersteller des “Blackberrys”.
Hier zeigt sich übrigens ein weiterer Nutzen von Stoppkursen.Nur wenige Unternehmen haben ein Marktmonopol.In diesem Fall ist der Hauptkonkurrent “Apple” mit seinem “Iphone”.Apple befindet sich ebenfalls auf meiner Watchlist als hervorragendes Unternehmen,hier korrelierte der Aktienkurs in jüngster Vergangenheit stark mit dem Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs.


Das
 “Screening”
Um die Watchlist meiner Unternehmen zu füllen welche die Fundamentalkriterien bestanden haben muß ich diese zuerst einmal finden.Meine aktuelle Watchlist enthält 20 Unternehmen,klingt wenig,jedoch habe ich Stunden damit verbracht diese zu selektieren.
Finanzportale wie “Google finance”,”FINViZ” etc. beinhalten Aktienscreener.Mit diesen Tools wähle ich meine Parameter (Kapitalrendite/ROIC etc.) aus und setze jeden Wert auf 10%.
Mit diesem Filter bekomme ich nun Aktien angezeigt die diesen Vorgaben entsprechen,mehr oder weniger.


Das 
“Feintuning”
Um nun eine detaillierte Analyse inclusive Unternehmenswert&Kaufpreis etc. zu bekommen nutze ich hierfür das Tool “Stock Analyzer” von stock2own.com.
Unter “Stock Analyzer” gebe ich das Symbol meiner Aktie ein,”RIMM”.In der linken Spalte sehe ich nun verschiedene Werte:

Hier sehe ich nun auf einen Blick daß meine Kriterien der Fundamentalzahlen erfüllt sind und ob die Tendenz steigend bzw. das aktuelle Niveau hoch ist.


“Raw Quarterly Data”
In diesem Menü werden die aktuellen Quartalszahlen grafisch dargestellt.Hier sehe ich die aktuelle Entwicklung der enzelnnen Bereiche meines Unternehmens.


“Debt/FCF Ratio”
Hier wird nochmals gesondert der Verschuldungsgrad des Unternehmens aufgezeigt (falls es welche gibt).



“Value Price” (Daten in Bezug auf Wert&Preis.)
“IRT” (Investment Recovery Time)
Die Anzahl der Jahre bis sich das eingesetzte Kapital amortisiert hat anhand des Wachstums.
Ein Wert unter 10 Jahren ist O.K.,unter 8 Jahren gut und unter 6 Jahren gilt als sehr gut.


“10 Year Moderate”
Wächst nun dieses Unternehmen die nächsten 10 Jahre mit diesem Wachstum weiter so liegt der Wert des Unternehmens HEUTE bei: 242,76 Dollar.


“10 Year MOS” (Margin Of Safety/Sicherheitspolster/50%)
Die Hälfte des Buchwerts.Steige ich zu diesem Preis ein so kaufe ich das Unternehmen für 50% seines Wertes.


“Market Price”
Der aktuelle Marktpreis/Kurs der Aktie.



Um mir nun den Chart zwecks Trend&Einstieg anzusehen rufe ich die Seite FINVIZ.com auf.
Im Suchfeld für Ticker gebe ich das Symbol ein (RIMM).
Nun erhalte ich den Chart mit weiteren Informationen.Den Chart ändere ich von “advanced” auf “candle”,da ich den Chart “clean” bevorzuge:
Hier entscheide ich nun ob ich meine Order plaziere.Aufgrund des Umkehrstabes der letzten Tageskerze rechne ich eher mit einem Rücksetzer.Entscheide ich mich dafür meine Stop-Buy Order zu setzen dann sehe ich mir rechts unten unter “Volatility” die Volatilität/Schwankungsbreite an.Hier interessiert mich der höchste Wert.Diese Prozentzahl addiere ich dann zum aktuellen Kaufkurs,wobei ich den Wert etwas aufrunde um nicht aufgrund der Volatilität “eingestoppt” zu werden.Das gleiche Prinzip nur umgekehrt benutze ich zum setzen meines Stopp-losses,nachdem die Kauf-Order ausgelöst wurde.